Statue des Zeus in Olympia

Zeus StatueDer Architekt Libon entwarf den dorischen Tempel des Zeus in Olympia (Westgriechenland), der um 460 vor Christus errichtet wurde. Dieser Tempel war mit keiner festen Priesterschaft besetzt, sondern wurde zur Halbzeit der Olympischen Spiele zur Darbringung von Opfern genutzt. Eine große Menschenmenge versammelte sich dazu vor dem großen Altar, der sich außerhalb des Tempels befand. Einhundert Rinder wurden geschlachtet und Zeus zu Ehren als Brandopfer dargebracht.

Die Statue des Zeus, die zu den 7 Weltwundern der Antike zählt, wurde von den Olympioniken beim Bildhauer Phidas in Auftrag gegeben, der ursprünglich aus Athen stammte. Phidas hatte unter anderem das Giebeldreieck des Parthenons und die beindruckenden Skulpturen der Metopen geschaffen. Man hatte ihn jedoch aufgrund der haltlosen Beschuldigung, dass er das Gold unterschlagen habe, das für die Athene-Statue im Parthenon-Tempel vorgesehen gewesen war, aus Athen verbannt. Um 430 vor Christus stellte Phidas die Statue des Zeus in Olympia fertig.

Die Zeus-Statue war aus Gold und Elfenbein gefertigt und auf einem Holz- oder Steinkern errichtet worden. Insgesamt war die Statue des Zeus etwa 12 Meter hoch, was ungefähr der Höhe eines vierstöckigen Gebäudes entspricht. Göttervater Zeus saß mit nackter Brust auf einem hohen aus Zedernholz hergestellten Thron. Die Füße des Throns waren mit Abbildungen von thebanischen Kindern, die die Sphinx ergriffen hatte, und mit geflügelten Figuren der Siegesgöttin Nike verziert. Die Armlehnen des Throns wurden von sitzend dargestellten Sphinxen (unheimliche Fabelwesen mit Frauenkopf, Löwenkörper und Adlerschwingen) gestützt. Zudem war der Thron mit Darstellungen von Apollon, Artemis und Niobe mit ihren erschlagenen Kindern geschmückt.

Mehr als 800 Jahre lang stand die Statue des Zeus vor dem Tempel in Olympia. Im Jahr 393 nach Christus überredete der christliche Klerus den Kaiser Theodosius I. den Zeus-Tempel zu schließen und die Olympischen Spiele zu untersagen. Die Zeus-Statue wurde in einen Palast nach Konstantinopel überführt, wo sie bei einem Brand im Jahr 462 zusammen mit dem Palast zerstört wurde. Der Tempel des Zeus in Olympia, der um seinen Kult beraubt worden war, wurde im Laufe der Zeit durch verschiedene Katastrophen vollständig zerstört.