Der Leuchtturm von Alexandria - Pharos Der Leuchtturm von Alexandria, der auch als Pharos bezeichnet wird (nach der kleinen Insel auf der er erbaut wurde), war der erste architektonisch geplante Leuchtturm in der Geschichte der Menschheit und ist gleichzeitig das jüngste der Sieben Weltwunder der Antike. Die Insel Pharos lag vor dem Hafen der Stadt Alexandria, die 332 vor Christus direkt nach der Eroberung von Ägypten von Alexander dem Großen gegründet worden war. Das rasche Wachstum der Stadt und die Tatsache, dass es an der Küste Ägyptens kaum Landmarken gab, verursachte schnell die Notwendigkeit, Schiffe auf sicherem Weg in den Hafen zu leiten. Die Erbauung des Leuchtturms von Alexandria begann unter König Ptoleimaios I. Soter, der ein Jugendfreund von Alexander dem Großen war und der Ägypten von 305 bis 282 vor Christus regierte. Die Fertigstellung erfolgte um 280 vor Christus unter Ptolemaios II. Philadelphos. Der Entwurf für den Leuchtturm ka von Sostratos von Knidos, der den Bau möglichweise auch finanziert hat. Auf antiken Münzen ist ein dreistufiges Gebäude mit rechteckigen Fenstern auf allen Seiten abgebildet. Der Leuchtturm von Alexandria unterteilt sich in drei Bereiche: Der unterste Teil des Turms war quadratisch, hatte eine Höhe von 55,9 Metern und einen zylindrischen Kern. Der mittlere Bereich des Leuchtturms war achteckig und wies eine Höhe von 27,45 Metern auf. Der dritte Teil hatte eine zylindrische Form, eine Höhe von 7,3 Metern und wurde von einem spiralförmigen Aufgang umschlossen. Oben auf dem Leuchtturm hat eine Statue mit 4,9 Metern Höhe gestanden, die eventuell König Ptolemaios I. oder Alexander den Großen als Sonnengott Helios darstellte. Einschließlich des Sockels war der Pharos von Alexandria circa 117 Meter hoch, was heutzutage einem Bauwerk mit etwa 35 Stockwerken entspricht. Wenn es Nacht war, reflektierten riesige Spiegel (vermutlich polierte Bronze) ein Feuer aus harzhaltigem Holz von der Basis des Turms an dessen Spitze. Dieses Leuchtfeuer soll auch noch in 55 bis 70 Kilometer Entfernung von der Küste gut sichtbar gewesen sein. Tagsüber reflektierten die Spiegel das Sonnenlicht und wiesen den Seeleuten so den Weg zum Hafen. Der Leuchtturm von Alexandria wurde im Jahr 956 nach Christus bei einem Erdbeben beschädigt und weitere Erdbeben in den Jahren 1303 und 1323 legten ihn schließlich vollends in Trümmer. Mittlerweile haben Unterwasserarchäologen auf dem Meeresboden um Pharos Relikte des Leuchtturms gefunden. |