Koloss von Rhodos Die blühende Inselstadt Rhodos wurde im Jahr 305 vor Christus von siebzigtausend Mazedoniern unter Führung von Demetrius Poliorketes belagert. Als man sich nach einem Jahr Belagerung endlich verständigen konnte, zogen die Belagerer ab. Die Widerstandskraft der Rhodier hatte Demetrius allerdings so stark beeindruckt, dass er seine Belagerungstürme, Katapulte und andere Kriegsgeräte zurückließ. Die Rhodier machten die Kriegsmaschinen zu Geld, das sie zur Errichtung einer gewaltigen Statue, die ihre Schutzgottheit - den Sonnenkönig Helios darstellte - einsetzten. Der Auftrag für die Umsetzung ging an Chares von Lindos (bekannte Stadt auf Rhodos). Für die Ausführung benötigte dieser zusammen mit seinen Bronzegießern ganze zwölf Jahre - von ca. 292 bis 280 vor Christus. Im Inneren des bronzenen Koloss von Rhodos wurden riesige Steinblöcke und Eisenstangen zur Verstärkung eingesetzt. Gebaut wurde die riesige Statue von unten nach oben. Nach Fertigstellung der Füße, wurde Erde darum aufgeschüttet, so dass die Arbeiter in der Lage waren die Knöchel zu formen. In dem Tempo indem die Statue wuchs, wurden die fertiggestellten Teile von ihr mit Erde bedeckt. Als der Koloss von Rhodos fertiggestellt war, hatte er eine Höhe von 33,52 Metern und war damit die größte Statue der Antike, was wohl dazu beitrug, dass sie in die Liste der 7 Weltwunder aufgenommen wurde. Über das tatsächliche Erscheinungsbild des Koloss von Rhodos gibt es nur wenige Informationen aus verlässlichen Quellen. Fest steht allerdings, dass die Abbildung, wo er mit gespreizten Beinen über einer Hafeneinfahrt steht, wohl nur auf die künstlerische Freiheit der schaffenden Maler zurückzuführen ist und nicht der Realität entspricht. Folgt man den plausibelsten Schilderungen, so war der Koloss von Rhodos eine nackte Darstellung des Sonnengottes, der in der einen Hand eine Fackel und in der anderen Hand einen Speer gehalten hat. Die Beine standen dicht beieinander, wodurch die Statue eine gewisse Stabilität hatte. Die Standzeit des Koloss von Rhodos lag bei nur geringfügig mehr als 50 Jahren. Auf Rhodos gab es im Jahr 224 vor Christus ein heftiges Erdbeben, das nicht nur in der Stadt große Schäden anrichtete, sondern auch die Statue am den Knien in zwei Teile zerbrechen ließ. Die Rhodier erhielten vom ägyptischen Herrscher Ptolemaios III. das Angebot der Kostenübernahme für die Instandsetzung der Statue, lehnten dieses aber aufgrund eines Orakelspruches ab. So kam es, dass der Koloss für annähernd neunhundert Jahre relativ unverändert an der Stelle liegen blieb, wo er umgefallen und zerbrochen war. Als die Araber im Jahr 653 nach Christus auf Rhodos einfielen, zerlegten sie die Reste des Kolosses und verschifften sie nach Kleinasien, wo sie die Bronze an einen jüdischen Kaufmann aus Emesa (Syrien) verkauften. Auf neunhundert Kamelen sollen die Bruchstücke des Koloss von Rhodos verladen worden sein und für immer verschwunden. |