Artemistempel in Ephesos Ephesos war ein florierender griechischer Hafen in Ionien an der Westküste der heutigen Türkei. Hier haben ursprünglich zwei Altäre und ein Tempel und später nacheinander zwei gewaltige Marmortempel an derselben Stelle gestanden, die allerdings einstürzten. In der Mitte des 6. Jahrhunderts begann man mit der Errichtung des vierten Bauwerks in Ephesos, das von den Archäologen mit „D" bezeichnet wird. Der Bau dieses Tempels wurde zu Teilen vom sagenumwobenen reichen König Krösus von Lydien finanziert. Cherisphron und sein Sohn Metagenes von Kreta waren die Architekten dieses Tempels. Zusätzlich waren einige der größten Künstler der Antike an der Gestaltung beteiligt. Dazu gehörten unter anderem Phidias und Polyclitos. Herostratos war es der diesen Tempel am 21. Juli 356 vor Christus in Brand setzte und damit erreichen wollte, dass sich die Nachwelt an seinen Namen erinnere, was ihm dann auch gelungen ist. Mit dem Bau des spätklassischen Artemistempels, der als „E" bezeichnet wird, wurde wahrscheinlich bereits um 350 vor Christus begonnen. In Stil und Gestaltung wurden bei der Errichtung dieses Tempels viele Details von den Vorgängern übernommen. Die meisten Besucher des Artemistempels in Ephesos verharrten bei ihrer Ankunft für eine Weile auf dem äußeren Hof und betrachteten den Tempel aus größerem Abstand. So konnte das aufwändig verzierte Giebeldreieck hoch oben am Dach des Artemistempels richtig betrachtet werden. Der Zugang zum Tempel wurde von Amazonen aus Stein gesäumt. Der Artemistempel wurde von Marmorstufen umrahmt. Über die oberste Stufe gelangte man auf die Terrasse, die eine Breite von 79,25 Metern und eine Länge von 131 Metern aufwies. Der Tempel selbst war 54,85 Meter breit und 106,7 Meter lang. Es ist unbekannt, ob der Artemistempel komplett mit Holzschindeln gedeckt war oder ob er nach oben offen war. Im Inneren des Tempels erwarteten den Besucher 127 ionische Marmorsäulen, die eine Höhe von 20 Metern hatten und auf mit Skulpturen geschmückten Basen in Rechteckform standen. Es gibt Quellen, die aussagen, dass jede dieser Säulen von einem anderen König gestiftet worden sei. Im Zentrum des Säulengangs lag die Cella (innerer Hauptraum des Tempels), wo vermutlich eine Kultstatue der Artemis untergebracht war. Artemis war in Ephesos eine asiatische Muttergottheit, die nicht mit der griechischen Göttin Artemis in Verbindung steht. Im Gefolge der Artemis befanden sich Eunuchenpriester. Die Gottheit selber wies mehrere Reihen Brüste auf (insgesamt über 40), was ihr den Beinamen Multimammia - verliehen durch den heiligen Hieronymus - einbrachte. Der Artemistempel stand bis zum Jahr 262 nach Christus, als er von den Ostgoten verwüstet wurde. Die Überreste wurden im Jahr 401 auf Befehl des heiligen Johannes Chrysostomos vollständig zerstört. |